Was ist eine tiefe Venenthrombose?

Die tiefe Venenthrombose* bezeichnet das Vorhandensein von Blutgerinnseln in den tiefen Beinvenen, das den venösen Rückstrom erschwert. Eine andere Bezeichnung lautet Phlebothrombose. Sie birgt das Risiko einer Verschleppung des Blutgerinnsels (Embolus*) in die Vena Cava inferior* und von dort in die Lungenarterien*.

 

Anzeichen und Symptome einer Phlebothrombose

Die Phlebothrombose äußert sich durch einen von selbst auftretenden oder durch Tasten ausgelösten Schmerz. Dieser Schmerz wird begleitet von einem festen Ödem (subkutane Flüssigkeitsansammlung, die zu einer Schwellung führt) und einer Steifheit bzw. einem Spannungsgefühl in der Wade. Dies zeugt von einer Verstopfung des tiefen Venennetzes, die den Rückstrom des Blutes zum Herzen verhindert. Die typischen Formen gehen in der Regel mit einem Anstieg der Hauttemperatur und leichtem Fieber einher, je weiter oben die Anzeichen auftreten.

 

Meistens betrifft eine Venenthrombose die tiefen Beinvenen. Um eine Phlebothrombose handelt es sich, wenn eine venöse Stauung vorliegt, d. h. die Verlangsamung oder der Stillstand des Blutstroms und möglicherweise Veränderungen der Bluteigenschaften. Die Erkrankung betrifft zugleich die Hülle (Venenwand) und ihren Inhalt (Stauung des Venenblutes).

Dieses postthrombotische Syndrom ist gekennzeichnet durch eine ständige Asymmetrie der von der Thrombose betroffenen unteren Extremität, da die Venenklappen beim venösen Rückstrom nicht mehr ihre Aufgabe erfüllen (Anti-Rückfluss-System). Das Tragen von Kompressionsstrümpfen ist deshalb von entscheidender Bedeutung, damit eine Heilung der Vene ermöglicht und eine bleibende Venenerweiterung vermieden wird.

 

Die Risikofaktoren der Venenthrombose

Erworbene Faktoren

  • Alter
  • Venenthrombose als Vorerkrankung
  • Ruhigstellung über einen langen Zeitraum (über 72 Stunden)
  • Ruhigstellung durch Gipsverband
  • Chirurgischer Eingriff
  • Schweres Trauma: Polytrauma, multiple Frakturen, Verletzung des Rückenmarks usw.
  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • Krebserkrankung
  • Östroprogestative Empfängnisverhütung
  • Hormonersatztherapie
  • Myeloproliferative Neoplasie
  • Zentraler Venenkatheter
  • Kongestive Herzinsuffizienz
  • Adipositas
  • Krampfadern

Veranlagungsbedingte Gerinnungsstörungen

  • Antithrombinmangel
  • Protein-C-Mangel
  • Protein-S-Mangel
  • Faktor-II-Mutation

Nicht erwiesene, gemischte Faktoren

  • Hyperhomocysteinämie
  • Erhöhung des Faktors VIII / IX / XI
  • Erhöhung des TAFI
  • Dysfibrinogenämie

 

 

Glossar

  • Thrombose: Bildung eines Thrombus in einem Blutgefäß (Vene oder Arterie) oder in einer Herzhöhle
  • Embolus: Blutgerinnsel, das sich an einer bestimmten Stelle des Blutkreislaufs gebildet hat und nach der Ablösung von der Gefäßwand verschleppt wird
  • Vene: Ein Blutgefäß, welches das sauerstoffarme Blut (venöses Blut) zurück zum Herz befördert
  • Arterien: Gefäße, die das sauerstoffhaltige Blut vom Herz zu den Organen befördern
  • Thrombus: Geronnenes Blut, das sich im Herz oder in einem Blutgefäß angesammelt hat

 

 

Quelle: www.fedecardio.org